Stefan Querl fragte am 17.01.2017

Wieso ist das Solidar- und Beratungssystem der GKV gerade für chronisch Kranke besonders wichtig und wertvoll aus Deiner Sicht?

Beanka Ganser antwortete

Hallo Herr Querl,

vielen Dank für Ihr Interesse. Gerne beantworte ich die an mich gestellte Frage.

Für mich gilt: die solidarische Krankenversicherung ist gelebte Solidarität! Sie ist eine großartige Errungenschaft, die Menschen - auch mit schwersten Krankheiten - nicht abweist sondern aufnimmt und ihnen die erforderliche Hilfe zuteil werden lässt. Wer mit der Leistungsgewährung unzufrieden ist kann die Entscheidung der Krankenkasse durch einen Widerspruch kostenlos überprüfen lassen. In den Widerspruchsausschüssen befassen wir Mitglieder uns mit dem Anliegen der Versicherten und versuchen, Lösungswege zu entwickeln. Der Weg zum Sozialgericht kann damit oft genug vermieden werden.

Ganz anders in der privaten Krankenversicherung: sie ist ihren Aktionären und den Gewinnen verpflichtet. Zur Aufnahme in die private Krankenversicherung gibt es keinen Rechtsanspruch. Chronisch kranke Menschen können - ohne Angabe von Gründen - von der Aufnahme abgelehnt werden; falls chronisch Kranke überhaupt aufgenommen werden müssen sie mit erheblichen Risikozuschlägen rechnen. Meistens dauerhaft.

Dies sind nur einige wenige Gründe, die die Unterschiede zwischen privater Krankenversicherung und gesetzlicher Krankenversicherung sichtbar machen.

Als überzeugte Verfechterin der gesetzlichen Krankenversicherung kandidiere ich für den Verwaltungsrat der Barmer. Bei der Barmer können chronisch Kranke an verschiedenen Programmen ("Besser leben") teilnehmen. Umgangssprachlich werden diese Programme auch "Chronikerprogramme" genannt. Versicherte können hier vielfältige Unterstützung erhalten und den Umgang mit chronischen Erkrankungen erlernen: ein individueller Therapieplan, der von der Medikation über körperliche Übungen bis hin zur Reha und psychosozialen Betreuung reichen kann stärkt die eigenverantwortliche Mitarbeit der Patientinnen und Patienten im Umgang mit ihren z.T. sehr schweren Erkrankungen.
Wichtig zu wissen: welche Programme angeboten werden ist eine Satzungsleistung. Das heißt, hier entscheidet der Verwaltungsrat - also die Selbstverwaltung der Krankenkasse - über die satzungsgemäß angebotenen Leistungen.
Sie sehen an diesem Beispiel, wie wichtig eine engagierte, qualifizierte und wache Selbstverwaltung ist.

Deshalb meine Bitte: beteiligen Sie sich an den Sozialwahlen. Machen Sie von Ihrem Wahlrecht Gebrauch und wählen Sie die Verdi-Liste. Ich zähle auf Sie!

Für weitere Fragen stehe ich gerne zur Verfügung.

Beanka Ganser