Ilka Biermann fragte am 30.01.2017

Liebe Dagmar König, welche Maßnahmen wirst Du bei der DRV auf den wegbringen, um das Rentenniveau so zu verbessern, dass Frauen trotz jahrelanger Berufstätigkeit nicht in die Altersarmut abrutschen?

Dagmar König antwortete

Liebe Ilka Biermann,

als ehemalige Frauenbeauftragte bin ich mit der angesprochenen Problematik bestens vertraut und finde ebenso wie Du, dass hier dringend etwas getan werden muss. Allerdings ist eine Lösung m.E. nicht innerhalb der DRV möglich, sondern muss auf politischer Ebene erfolgen. Hier habe ich das Thema in allen mir zugänglichen Gremien angesprochen – mit wenig Bereitschaft seitens der politisch Verantwortlichen, hier etwas grundlegendes zu ändern. Die Erweiterung der Anerkennung von Erziehungszeiten in der Rente war zwar ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, löst aber das Problem bei weitem noch nicht. Hier bedarf es eindeutig dringend weiterer Anstrengungen, z.B. steuerfinanzierter zusätzlicher Anerkennungszeiten während der Familienphase, um die dadurch bedingten Einkommenseinbußen auszugleichen. Gleichzeitig muss aber auch das geringe Lohnniveau in typischen Frauenberufen in den Blick genommen werden und die noch immer geschlechtsspezifisch vorhandenen Entgeltunterschiede müssen entschieden bekämpft werden. Dafür engagiere ich mich seit langem und werde mich auch weiterhin nachdrücklich für eine Verbesserung der Rentensituation einsetzen. Es kann ja weder gerecht noch sinnvoll sein, dass Menschen, die ihr Leben lang gearbeitet haben , im Alter auf staatliche Transferleistungen angewiesen sind.
Bitte engagiere Dich auch weiterhin für dieses Thema – nur gemeinsam können wir etwas verändern! Das gilt auch für die Sozialwahlen – bitte dafür werben, unbedingt wählen und natürlich am liebsten ver.di!

Mit besten Grüßen
Dagmar König