Günther Henke fragte am 14.02.2017

Kann man ein bedingungsloses Grundeinkommen aus der Rentenkasse zahlen, ohne die Rentenbeiträge zu erhöhen.

Dagmar König antwortete

Für die relativ späte Antwort möchte ich zunächst um ihr Verständnis bitten. Konkrete Berechnungen über Auswirkungen eines bedingungslosen Grundeinkommens auf die Höhe der Rentenbeiträge sind mir nicht bekannt. Das liegt insbesondere daran, dass bisher lediglich zahlreiche Gedanken zum Grundeinkommen vorgetragen worden sind und selbst hierzu nur allgemeine finanzielle Überlegungen ohne ein schlüssiges Gesamtkonzept vorliegen. Eine Erörterung über die Einbeziehung eines bedingungslosen Grundeinkommens auf die Sozialversicherungssysteme hat bisher m.W. nicht stattgefunden bzw. ist noch nicht einmal im Ansatz geführt worden: Was wird aus der Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung? Bleiben diese beitragsbezogen? Was wird aus bereits erworbenen Rentenversicherungsansprüchen? Welche Ansprüche entstehen aus Beitragszahlungen, deren Grundlage ein bedingungsloses Grundeinkommen ist (die derzeitige Rente richtet sich nach den Beiträgen, die sich nach dem Einkommen richten)?
Zu ihrer Frage nachfolgend eine grobe Schätzung: Ein bedingungsloses monatliches Grundeinkommen von 1000 Euro entspricht jährlich 12000 Euro.

Bei dem jetzigen Beitragssatz von 18,7 % auf die 12000 Euro kämen bei 50 Mio Versicherten/Beitragszahlern gut 112 Mrd Euro an Beitragseinnahmen zustande. Heute werden für die 21 Mio Rentnern/Rentnerinnen 250 Mrd Euro jährlich ausgezahlt und die derzeitigen Beitragseinnahmen belaufen sich auf 207 Mrd. Euro (alle Zahlen sind gerundet). Daraus ist erkennbar, das bei den dieser Berechnung zugrunde gelegten Annahmen eine Finanzlücke von knapp 100 Mrd Euro entsteht. Wie gesagt, es handelt sich um seine sehr grobe Schätzung.Bei der Berechnung ist auch keine Differenzierung bzw. Berücksichtigung nach den unterschiedlichen Rentenarten sowie Verteilung auf Männer und Frauen erfolgt.

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