Neda Ghotbi fragte am 07.05.2017

Sehr geehrte Frau König, ich möchte gerne wissen wie Sie und Ihre Liste sich zu folgenden Themen positioniert: 1. - Wie stehen Sie zur Anerkennung der sog. "Care Arbeit" (Kinderbetreuung, Pflege, vorwiegend durch Frauen geleistet) und ihrer Abbildung im Rentenversicherungssystem? Also wie möchten Sie die Arbeit von Frauen, auch Tätigkeiten, denen unentgeldlich nachgegangen wird, in das Sozialsicherungssystem integrieren? 2. - Was halten Sie von einer Sockelrente, bzw. einer Mindestrente für alle, die ein Existenzminimum sichern soll? Herzlichen Dank!

Dagmar König antwortete

Sehr geehrte Frau Ghotbi,

auch ich halte eine stärkerer Anerkennung der Leistung von Müttern in der Rente für dringend geboten und habe mich schon seit langem dafür eingesetzt.
Zusammen mit den ver.di-Frauen, die vor Jahren bereits beim ver.di-Bundeskongress den Antrag gestellt haben, bei der Berechnung der Rente drei Kindererziehungsjahre voll additiv zu berücksichtigen.
Ich bin der Auffassung, dass sowohl Familien- als auch Pflegezeiten besser als bisher für die Rente berücksichtigt werden müssen.
Mit der Ausweitung der Mütterrente zu Beginn der laufenden Legislaturperiode hat der Gesetzgeber einen Schritt in diese Richtung getan, der aber noch nicht ausreicht.
Grundsätzlich aber ist festzuhalten, dass die Art der Rentenberechnung, die von 45 Beitragsjahren und einem Durchschnittseinkommen ausgeht, sich für die meisten Frauen ungünstig auswirkt.
Daher sind alle o.g. Kompensationsleistungen für Mütter dringend erforderlich und ein Ausdruck sozialer Gerechtigkeit. Immerhin ist dies gesellschaftspolitisch notwendig, daher muss es m-E. auch gesamtgesellschaftlich über Steuerzuschüsse finanziert werden. ver.di hat sich seit langem neben der Forderung nach einem höheren Rentenniveau insbesondere auch für die Aufwertung von Kleinstrenten stark gemacht - dies käme ganz überwiegend Frauen zu gute. Dies sind jedoch keine Entscheidungen, die die Selbstverwalter*innen in den Gremien der Deutschen Rentenversicherung treffen können, sie können ja nur innerhalb des gesetzlichen Rahmens handeln. Der allerdings muss dringend auf politischer Ebene verändert werden. dafür setzt sich ver.di ein.

Mit Ihrer Stimme können Sie uns dabei unterstützen.
Mit besten Grüßen aus Berlin Dagmar König

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