wolfgang Gattwinkel fragte am 18.01.2017

1. Warum leisten wir uns in Deutschland eigentlich noch zig-Krankenversicherungsgesellschaften, wo doch sicher eine einzige "Bürgerversicherung" günstiger für den Einzelnen sein könnte, wenn auch alle darüber versichert wären ? Es dürfte doch sicher rein verwaltungstechnisch per EDV in der heutigen Zeit locker zu händeln sein, unter Verwendung digitaler Techniken und dezentral (regional) - wenn man es denn wollte ? Warum spart man da nicht an Kosten ? 2. Warum sind immer noch ncht alle arbeitenden Menschen (Arbeiter, Angestellte und Beamte) in einer Kranken- (und Sozial-) versicherung vereinigt ? Seit 30 Jahren redet man darüber, keine Regierung schafft es, den richtigen Schritt zu tun. Diese 2 Fragen hätte ich gerne ohne Umschweifen mal beantwortet. Vielen Dank. Mit freundlichen Grüssen W. Gattwinkel

Luise Klemens antwortete

Lieber Wofgang Gattwinkel,

die gesetzlichen Krankenversicherungen sind Körperschaften des öffentlichen Rechts, sie sind also nicht gewinnorientiert und müssen die Verwaltungskosten niedrig halten. Die Verwaltungskosten haben im Vergleich zu den Leistungsausgaben nur einen geringen Anteil im Haushalt der gesetzlichen Krankenversicherungen. Die These, dass eine einzge Krankenkasse besser und billiger für die Versicherten wäre klingt eingängig, mir ist aber keine stichhaltige Untersuchung bekannt, die diese These untermauern würde.

ver.di setzt sich für eine Bürgerversicherung ein - paritätisch finanziert. Mit Blick auf die kommenden Bundestagswahlen fordern wir die Parteien dazu wieder auf!! Für die BeamtInnen müssten Bund, Länder und Kommunen dann aber auch die Arbeitgeberbeiträge einbezahlen - vielleicht gibt es deshalb noch keine politische Mehrhei dafür? Zu Kosten und Nutzen gibt es eine aktuelle Studie der Bertelsmann-Stiftung.

Viele Grüße
Luise Klemens