Andrea Blome fragte am 01.02.2017

Warum ist die Rückkehr von der privaten in die gesetzliche Krankenversicherung so schwer? Sollte nicht vielmehr unterstützt werden, wenn sich z.B. auch Besserverdienende oder Selbstständige freiwillig am Solidarsystem beteiligen wollen?

Petra Rahmann antwortete

Guten Tag Herr Blome,

vielen Dank für Ihre interessante Frage.

Die Rückkehr als Privatversicherter in die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) zurückzukehren ist tatsächlich schwieriger als mancher glaubt. Ab dem 55. Lebensjahr ist die Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung so gut wie unmöglich.
Es gibt diverse Schranken und das ist aus meiner Sicht auch richtig. Barrieren hat der Gesetzgeber mit Absicht aufgebaut, um zu verhindern, dass junge und gesunde Privatversicherte von günstigen Prämien profitieren und später bei einem schlechteren Gesundheitszustand vor den höheren Beiträgen der PKV flüchten. Dieses Prinzip widerspricht schließlich der Solidargemeinschaft der GKV und auch meinem Verständnis von Solidargemeinschaften.
Besserverdienende, Selbstständige, Freiberufler und Angestellte mit hohem Einkommen haben meistens die Wahl, ob sie sich gesetzlich oder privat versichern wollen. Allerdings müssen wir auch zur Kenntnis nehmen, dass sich viele für eine private Krankenversicherung entscheiden, da diese einige Vorteile gegenüber einer gesetzlichen Krankenkasse bieten kann.
Eine freiwillige Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenkasse kann dennoch auch für Besserverdienende, Selbstständige und Freiberufler Sinn machen. Ein großer Vorteil der gesetzlichen Krankenkasse ist die kostenfreie Mitversicherung von Familienangehörigen. Während in der privaten Krankenversicherung jede Person einen eigenen Vertrag erhält und separat abgerechnet wird, sind mit der gesetzlichen Krankenversicherung alle Familienmitglieder zum einheitlichen Preis abgesichert. Weiterhin punktet die gesetzliche Krankenversicherung mit verlässlichen Krankenkassenbeiträgen für Selbstständige, die richten sich nach der Höhe des Einkommens und der Beitrag wird geringer bei niedrigeren Einkommen. Und so ehrlich sollte man bei diesem Thema privat oder gesetzlich auch sein: Private Krankenversicherung kann im Alter sehr teuer werden.
Ich würde Sie gerne „mitnehmen“ mit mir und vielen anderen auch, dafür zu werben, die Solidargemeinschaft der gesetzlichen Krankenkassen zu unterstützen. Ich zum Beispiel bin gerne nach wie vor, trotz meines Einkommens in einer gesetzlichen Krankenkasse versichert, natürlich besonders gerne in meiner Techniker Krankasse. Ich kandidiere auch sehr gerne als Listenvertreterin meiner Gewerkschaft ver.di für die Sozialwahl, und für meine TK. Solidarität und vieles mehr sind ein wichtiger Baustein in meinem Leben! Und das wird aus meiner Sicht immer wichtiger in unserer schnelllebigen Zeit. Gerne habe ich Ihnen geantwortet,
ich verbbleibe mit besten Grüßen aus Bochum,

Petra Rahmann

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