Prof. Dr. Annelie Keil fragte am 26.01.2017

Angesichts der Mängel der Gesundheitversorgung in der ländlichen Region insbesondere des Ärztemangels frage ich mich, ob wir in Zukunft gesundheitspolitisch nicht klarer dafür sorgen müssen, dass Ärzte sich dort niederlassen, wo sie dringend gebraucht werden- zumindest für eine bestimmte Zeit. Praxen für Allgemeinmedizin/ Hausarztmedizin könnten wie Schwerpunktpraxen/ Knotenpunkte möglichst auch mit palliativer Ausrichtung eingerichtet werden

Ulrike Hauffe antwortete

Sehr geehrte Frau Professor Keil,

Sie haben recht: Wir müssen regionale Versorgungsnetze fördern, also die stärkere Koordination der unterschiedlichen medizinischen und pflegerischen Angebote. Ganz sicher auch mit Palliativ-Kompetenz. Die flächendeckende ambulante Versorgung muss unbedingt erhalten bleiben. Das alleine wird jedoch nicht wirklich eine Änderung der Niederlassungsentscheidungen junger Ärztinnen und Ärzte sichern. Wahrscheinlich macht es auch Sinn, über Vergütungszuschläge nachzudenken. Aus Befragungen wissen wir, dass ärztliches Fachpersonal große Sorge hat, im ländlichen Raum von Weiterbildungen, also vom bestmöglichen Kenntnisstand der Wissenschaft und kollegialen Austausch abgeschnitten zu sein. Auch hierfür sind Lösungen leicht zu stricken: Block-Weiterbildungen in nahegelegenen Universitätsstädten, Mentor-Systeme innerhalb der sektorübergreifend vernetzten Praxen usw. Die Delegation und Substitution ärztlicher Leistungen ist auch ein wichtiges Thema, gerade schon gut untersucht in den ländlichen Gebieten - übrigens mit sehr guten Ergebnissen für die kranken Menschen. Ich hoffe, Sie teilen meine Einschätzungen. Gerne können wir im Kontakt bleiben. Bitte informieren Sie in Ihrer Umgebung über die Sozialwahl in diesem Jahr. Denn wo gibt es Systeme, die von den Versicherten selber kontrolliert werden? In der gesetzlichen Krankenversicherung in Deutschland!

Ihre
Ulrike Hauffe

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