Maria Spieker fragte am 11.02.2017

Ist es wirklich gerecht, dass geringverdienende Selbständige auch den hohen Krankenkassenbeitragssatz zahlen müssen?

Ulrike Hauffe antwortete

Sehr geehrte Frau Spieker,

Sie sprechen ein derzeit ungelöstes Problem an: Die Regelung für Selbstständige hatte dann einen Sinn, als davon auszugehen war, dass sie in der Regel gut verdienende UnternehmerInnen mit Angestellten sind. Der Mindestbeitrag von 360 € sollte sichern, dass Selbstständige sich nicht arm rechnen. Bei der Beitragsberechnung wird davon ausgegangen, dass Selbstständige brutto mindestens 2231 € verdienen. Nur in besonderen Härtefällen lässt sich der Krankenkassenbeitrag von 360 auf rund 234 € senken.
In der Zwischenzeit gibt es aber sehr viel mehr Solo-Selbstständige - darunter besonders viele Frauen. Etwa 71 % der in der gesetzlichen Krankenversicherung versicherten Selbstständigen sind diese Solo-Selbstständigen. Der Großteil von ihnen hat lediglich ein Jahreseinkommen von brutto bis zu 15000 €, im Durchschnitt ca. 9500 €, also lediglich knapp 800 € im Monat. Damit ist ihr Beitragsanteil für die Krankenversicherung deutlich zu hoch.
Hier muss der Gesetzgeber ran! Meines Wissen haben SPD, Grüne und die Linkspartei das Thema auf ihrer Agenda. Auch ein Ländervorstoß im Bundesrat hat gerade stattgefunden. Innerhalb der Krankenkasse ist das Problem nicht lösbar!
Ich hoffe, ich konnte Ihnen ein wenig Licht ins Dunkle bringen. Bitte nutzen Sie die Sozialwahl und wählen Sie "richtig"! :-)

Ihre
Ulrike Hauffe

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