Marius Köstner fragte am 03.05.2017

Liebe Kollegin, liebe Frau Hauffe, da ich mich an der Sozialwahl beteiligen möchte informiere ich mich, welche Liste und Kandidat*innen ich wählen möchte. Da ich selbst Mitglied bei verdi bin liegt meine Präferenz natürlich nahe. Allerdings verfolge ich auch intensiv die aktuelle Debatte und bin daher etwas irritiert über eine Antwort die ich hier gelesen habe. Bezüglich der Finanzierung sogenannter "alternativer Heilmethoden" und insbesondere der Homöopathie besteht für mich Unklarheit. Für mich ist es essentiell, dass die Vergabe von Leistungen in einer Solidargemeinschaft nach bestimmten Kriterien verlaufen muss, damit es nicht zu Willkür kommt. Für mich persönlich ist es essentiell, dass diese Kritierien wissenschaftlich überprüfbar sind. Die Homöopathie ist nicht evidenzbasiert, es gibt keinen Nachweis für ihre Wirksamkeit. Für mich ist es daher überhaupt nicht nachvollziehbar, warum in Anbetracht dieser Faktenlage meine Krankenkasse Barmer diese Maßnahmen finanziert. Für mich wäre es wichtig zu erfahren, ob ich bei diesem Thema von meinen Kolleg*innen von verdi entsprechend vertreten werde und sich daher dafür einsetzt, dass Homöopathie und weitere Maßnahmen deren Wirksamkeit nicht wissenschaftlich nachweisbar ist, nicht mehr finanziert werden. Herzlichen Dank für die Antwort!

Ulrike Hauffe antwortete

Lieber Herr Köstner,

ich verstehe sehr gut, dass Sie die Leistungsausgaben der Krankenkasse in Bezug zum Gedanken der Solidargemeinschaft setzen. Solidarität ist die Grundlage unseres Gesundheitssystems. Und Grundlage für Entscheidungen sollte da, wo es geht, die Evidenz sein. Sie merken, ich schreibe: da, wo es geht. Es gibt nach wie vor viele Therapieangebote im Gesundheitswesen, die nicht auf Grundlage radomisierter, kontrollierter Studien zur Anwendung kommen. Und diese Studien auf wissenschaftlich hohem Niveau sind die Basis für Aussagen über Evidenz. Ich würde mir sehr wünschen, es würde deutlicher gemacht, welche Aussagen auch über andere Therapieangebote auf welcher Studienbasis beruhen.
Deshalb: Ich weiß um die derzeit fast erbittert geführte Debatte um die Homöopathie und ihre Finanzierung im GKV-System. Im Vergleich zu den gesamten Leistungsausgaben der BARMER liegen die Ausgaben für Homöopathie bei 0,01 %. Und: Die BARMER übernimmt keine Kosten für homöopathische Arzneimittel - außer die gesetzlich zugelassenen. Ich hoffe, ich konnte zur Klärung beitragen. Wenn nicht ausreichend, fragen Sie gerne nochmals nach. Und selbstverständlich wünsche ich mir sehr, dass Sie die verdi-Liste wählen werden.

Ihre
Ulrike Hauffe

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