Katharina Wesenick fragte am 02.08.2017

Sehr geehrte Frau Hauffe, in den Medien, aber auch von Ihrer Gewerkschaft lese und höre ich immer öfter vom Personalmangel in der Pflege- hier insbesondere in der Altenpflege aber auch in den Krankenhäusern. Dies hat nicht nur Folgen für die Qualität der Pflege hinsichtlich der Versorgung und menschlichen Interaktion, sondern auch, soweit ich informiert bin- hinsichtlich der Hygienstandards. Gleichzeitig herrscht ein starker Kostendruck seitens der Krankenkassen. Wie gehen Sie mit diesem Spannungsfeld um, sollten Sie gewählt werden?

Ulrike Hauffe antwortete

Sehr geehrte Frau Wesenick,

mit Ihrer Frage zur Quantität der Pflegekräfte in den stationären Einrichtungen und der auch davon abhängigen Qualität ihrer Arbeit - hier Ihr Hinweis zu den dadurch sich entwickelnden Hygieneproblemen - treffen Sie zielgenau eine der derzeit heftig diskutierten Themen. Nicht ohne Grund gehen mehr und mehr Pflegekräfte demonstrierend auf die Straße, nicht zuletzt auch in Bremen, als hier die Gesundheitsminister und -ministerinnen der Länder im Juni getagt haben. Zudem hat sich in Bremen, dem Bundesland, in dem ich lebe, aktuell das "Bremer Bündnis für mehr Personal im Krankenhaus" gegründet, unterstützt durch verdi. Wie ist die Situation: Auf den Stationen fehlen examinierte Pflegekräfte. Zum einen, weil aus wirtschaftlichen Gründen grundsätzlich zu wenige eingestellt werden bzw. der Personalabbau zuvor am meisten in der Pflege stattgefunden hat. Zum anderen gibt es einen Fachkräftemangel und die Kliniken stehen im Wettbewerb um das Personal. Schichten wie Früh- und Nachtdienste sind oftmals nur mit einer examinierten Pflegekraft besetzt. D.h., alle Aktiven - auch verdi - setzen sich für eine personelle Mindestbesetzung für jede Schicht und einen gesetzlich festgelegten Personalschlüssel ein.
Vor einer Woche hat hatte die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) die Ergebnisse einer Befragung zur Personalausstattung auf den Intensivstationen vorgestellt: Danach fehlen tausende Pflegekräfte in den deutschen Kliniken. 53 Prozent der Krankenhäuser hätten Probleme, Fachpersonal für Intensivstationen zu finden. Jedes vierte verfehle Personalvorgaben, wonach auf zwei PatientInnen eine fachweitergebildete Vollzeitpflegekraft kommen soll. Die Offensive für den Ausbau der Pflegeausbildungen wird erst später greifen - wenn überhaupt. Was bedeutet das? Verdi unterstützt die Forderung nach festgelegten Pflegeschlüsseln. Und als bundesweite und starke Gewerkschaft hat verdi auch die Kraft, in diesem Durchsetzungsprozess eine bedeutende Rolle zu spielen. Und wir als Mitglieder im Verwaltungsrat der BARMER sind den Versicherten verpflichtet, ihrer qualitativ guten Versorgung. Und das bedeutet, sich auch in diesem Sinn zu positionieren. Auch wirtschaftlich sehe ich eine Notwendigkeit. Denn wie teuer werden letztendlich schlecht behandelte Patienten und Patientinnen im weiteren Genesungsverlauf. Kurzsichtig dürfen wir nicht sein!

Ich hoffe, ich konnte Sie überzeugen, bei der noch anstehenden Sozialwahl der BARMER die Liste 2 zu wählen, die verdi-Liste! Ende August beginnt der Versand der Wahlunterlagen.

Ihre
Ulrike Hauffe

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