Ralf Weber fragte am 02.09.2017

Zum Schutz vor einer Ansteckung mit HIV bieten immer mehr Länder Menschen mit erhöhtem Risiko eine Präexpositions-Prophylaxe (PrEP) an, darunter England, Belgien, Norwegen und voraussichtlich bald auch Schweden. Welchen Standpunkt vertreten Sie gegenüber der PrEP und einer Übernahme der Kosten durch die Krankenkasse? http://www.queer.de/detail.php?article_id=29566

Ulrike Hauffe antwortete

Sehr geehrter Herr Weber,

ich muss Ihnen gestehen, dass ich mich zunächst schlau machen musste, denn "aus dem Handgelenk" konnte ich Ihre Frage nicht beantworten. Erfahren habe ich, dass derzeit GKV-weit keine Präexpositionsprophylaxe (PrEP) angeboten wird. Aber - ich entnehme das Ihrer Frage - das wussten Sie schon. Letztendlich muss ich Ihnen berichten, dass dieses Angebot keine Entscheidung ist, die die BARMER alleine umsetzen könnte, sondern dies müsste kassenübergreifend gesetzlich geregelt werden. Wie auch in den anderen Ländern sind bei der Diskussion der Kostenübernahme verschiedenste Aspekte zu berücksichtigen und abzuwägen. Auch vor dem Hintergrund, dass die Gesundheitssysteme und das sozialpolitische Verständnis in den verschiedenen Ländern unterschiedlich sind. Aktuell wird die PrEP in Deutschland der persönlichen Lebensgestaltung zugeordnet, für die die Versichertengemeinschaft die Kosten nicht trägt - habe ich erfahren. Ob sich Deutschland Ländern wie England, Belgien oder Norwegen anschließen wird, ist derzeit noch nicht absehbar. Für mich bedeutet das, dass ich die Frage von Ihnen in den kassenübergreifenden Gremien zur Debatte stellen sollte.

Auch wenn die Antwort für Sie wahrscheinlich nicht zufriedenstellend ist: mehr konnte ich leider nicht klären.

Ich hoffe trotzdem, dass Sie die Liste 2 (Verdi) bei der Sozialwahl der BARMER wählen.

Mit Gruß von

Ulrike Hauffe

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